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Karnevalsgesellschaft Lengeschdörpe Klompe |
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KARNEVAL IN
LENDERSDORF Entnommen aus dem Buch
„Karneval im Düren- Zülpicher
Land“ von Willi Kuck dä sich zämlich jot hälpe kann, e hot och e Pääd, dat wor de Möh net wäd, Have konnte em net gäwe, dat Dier mot van de Luff läwe." Neben dem
„Welsch" waren die Familien Reuland und Triller aus der
Hauptstraße an dem Karnevalsgeschehen beteiligt. Im
Jahre 1864 gründete Kaplan Heggen in Lendersdorf den
katholischen Arbeiterverein, dem in der damaligen Zeit fast alle
männlichen Einwohner von Lendersdorf
angehörten. Frohsinn und Entspannung nach harter
zehnstündiger Tagesarbeit waren das Ziel. In der
sogenannten Essigfabrik fand das gesellige Tun seinen
Niederschlag. Bei der Essigfabrick handelt sich dabei übrigens um den kleinen Anbau hinter dem Auto. DER
KLOMP ALS SYMBOL „Em
Klomp" hieß ihre Bleibe, und als Symbol dienten auf der
„Lendersdorfer Hütte" gegossene
gusseiserne
Klompe, die von Jakob Porten, dem letzten Pächter des
katholischen
Vereinshauses „em Klomp", nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem
Schutt des zerstörten Gebäudes gerettet
wurden. Diese
„Klompe" dienen heute den „Lengeschdörpe
Klompe" als
Symbol und werden im Karnevalsmuseum des Regionalverbandes in
der
Rentei in Niederzier sorgsam gehütet. Gegner des
arbeiterfreundlichen Kaplan Heggen banden diese Klompe damals
an
die Tür der Kaplanei, um ihn zu ärgern. Auf
einer selbst
errichteten Bühne in der alten Essigfabrik konnten die
Mitglieder
ihre Späße treiben. Bis in die Jahre 1880-1882 blieb
das
frohe karnevalistische Treiben auf diesen engen Raum
beschränkt,
bis dann der erste Karnevalszug, zwar noch ohne Wagen, durchs Dorf zog.
In einer 50-60 Personen starken Fußgruppe trugen die
Teilnehmer
einen Straßenschuh und einen Holzklomp an
den
Füßen. In der Wirtschaft Neumann (bei
Thuirs
Mühle) am Schneidhausener Weg pferchte man sich zum Abschluss
eng
zusammen und beschloss bei Ulk und Gesang den ersten
Lendersdorfer Rosenmontagszug. Innerhalb des
Arbeitervereins
bildete sich dann die erste Karnevalsgesellschaft mit dem
Namen
„Löstige Brööde“; die
dann auch
regelmäßig Sitzungen und
Karnevalszüge
durchführte. Im Sälchen der Gaststätte
„Nöldgen" (später Matthias Gottschalk)
liefen die
Karnevalssitzungen über die Bühne, mit einem
Elferrat
und „Stöcheliese“ eins, zwei und drei.
„Stöcheliese“ eins war zu der Zeit Bauers
Brasset, dem
die Bewertung des Vortrages oblag. Er konnte nach Herzenslust
und
nach Strich und Faden „usstöchele`: Dem
schlossen sich
dann „Stöcheliese“ zwei und drei an. Ein
langes,
geschmiedetes „Stöcheliese“ galt damals
als Zepter.
Nach dem heiteren Aderlass geleitete dann der „Paiass" den
Redner
nach seiner Dekorierung wieder an seinen Platz. Von 1884-1890
führten dann die „Geloogsjonge“-
so
nannten sich die „Lästige
Brööde“ - auch
Karnevalszüge durch. Die „Kneippsche
Kur“,
„dä Dörpsässel“, von
Fritz Schmitz als
Parodie auf den amtierenden Bürgermeister
dargestellt, und
die „Germania“, verkörpert von
Tant Lehn Bauer,
sind mündlich überlieferte erste Zugthemen. In diesen
Jahren
wurde auch ein Prozess um die Hecke eines Schneidermeisters zum Anlass
genommen, mit dem Zug an der Hecke zu halten und dieselbe
regelrecht einzumessen, wie auch die
„Hubertusklause"
mit der Laterne gesucht wurde. Nach diesen Umzügen
trat
wieder ein Rückgang ein. Der „Eazebär" aber
tauchte
immer wieder auf. Huppertze Jupp, die Gebrüder
Viernich und
die Könns ließen ihn lange nicht aussterben. Der
„Rommelspott" war damals wie heute eine Domäne der
Kinder.
In der Blütezeit des längst vergessenen Turnvereins
unter der
Leitung von Lehrer Keller wie bei dem 1844 gegründeten
Männergesangverein und der 1900
gegründeten
freiwilligen Feuerwehr sowie dem Arbeiterverein wurden damals
karnevalistische Abende und kleine Kappensitzungen abgehalten.
Hauptakteure waren in dieser Zeit „Schmitze
Fritz“, „Schmitze Mutter“,
„Leroy Jupp" und
sein Bruder, der „Krön“,
„Schmitze Kobel" und
andere. Zu einem Rosenmontagszug reichte es lange nicht, bis
im
Jahre 1914 der katholische Jünglingsverein unter
Heinrich Thuir einen verheißungsvollen Neuanfang
wagte. Der
1909 entstandene „Mellechclub" führte auf
einem Wagen
eine riesige Milchflasche mit. Ein Ochse sowie ein Esel und ein
malerischer Zigeunerwagen mit offenem Lagerfeuer zogen mit,
allerdings ging der Zigeunerwagen bald in Flammen auf. Der Erste
Weltkrieg erstickte 1914 alle Freude im Schmerz.EIN NEUER ANFANG Nach 1920 fanden sich wieder Unentwegte zu kleinen Kappensitzungen zusammen. Der „Männergesangverein“, der „Fußballclub" und der neu gegründete „Theaterverein" bestritten gemeinsam das lustige Treiben. Zu einem Karnevalszug kam es aber nicht mehr, und an den „Tollen Tagen" waren es einige Einzelakteure, die den Straßenkarneval in Lendersdorf bestritten. Wieder machte ein grausiger Krieg dem bunten Treiben ein Ende. Nach diesem Krieg waren es der „Männergesangverein" mit seiner jeweils 14 Tage vor Fastnacht stattfindenden Kappensitzung und der Möhnenball am Weiberfastnacht, sowie die Sitzung des „Fußballclub", die das karnevalistische Leben im Dorf bestimmten.
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